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Wir trauern um Jürgen Dörmann.
14.01.1950 - 13.05.2012

Ein Nachruf von Michael Brocker
"Räum ruhig die Sachen vom Stuhl und setz dich!" Ein typischer Satz
von Jürgen, an den ich mich erinnere. Ich tue mich schwer mit präzisen Jahreszahlen, aber es muss Mitte der 1980er gewesen sein, als wir
uns das erste Mal über den Weg liefen – ich als junger Freiberufler,
der dabei ist, seine Rolle im Journalismus zu finden, er als erfahrenes "Trüffelschwein". Das war eins von Jürgens Lieblingsworten.
So hat er sich gesehen: als jemand, der die Landschaft unentwegt durchpflügt auf der Suche nach Kostbarkeiten.
Über die Jahre haben wir viele Gespräche geführt in seinem Büro;
nie war ein Stuhl frei. Überall lagen Papierstapel und Aktenordner – wahlweise über vergangene, laufende oder zukünftige Projekte.
Dieses kreative Chaos hat ihn ausgezeichnet: er war im Grunde
ein nie enden wollender Wirbelwind im und um das Haus Busch.
Jeden anderen hätte die Dauerfrage "wird das Institut wohl überleben?" irgendwann zermürbt;
nicht so Jürgen.
Manchmal war auch seine Tonlage eher in Moll, meistens aber befand
er sich gerade in vielversprechenden Konferenzen mit einem seiner Gesprächspartner auf politischer oder publizistischer Ebene.
"Networking" war Jürgens Devise, bevor das Wort überhaupt
erfunden wurde. Und kaum einer war besser informiert über die journalistische Weiterbildungsszene als er. In seinem Büro
traf sich über Jahrzehnte wohl alles, was Rang und Namen hat – wohlgemerkt im Stehen. Denn Stühle waren ja, wie gesagt, nie frei.
Wir verdanken Jürgen unendlich viel und sind erschüttert
über seinen zu frühen Tod.
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